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Mitteilungen 2005

Barrierefrei Surfen und Handbike-Touren sind erst der Anfang



Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Miesbach Anton Grafwallner freut sich über die neuen barrierefreien Tourismusangebote in seiner Region. „Dass im Radltraum Nord erstmals Handbike-Touren eingezeichnet sind, ist ein guter Anfang“, sagte Grafwallner bei der Vorstellung der neuen Radkarte am 8. März in Holzkirchen. „Auch die Möglichkeit, auf der Homepage des Tourismusverbandes Bayerisches Oberland barrierefrei zu surfen, verdient eine Nachahmung. Der TBO hat damit die Bedeutung des barrierefreien Tourismus erkannt.“


Dennoch gibt es nach Ansicht von Anton Grafwallner auf diesem Reise-Segment noch viel zu tun. „Und das haben längst noch nicht alle Gastronomen, Touristiker und Hoteliers erkannt“, bedauerte der Behindertenbeauftragte. Wie groß das Potenzial in diesem Bereich ist, zeigen die Zahlen, die Grafwallner vorlegte:

- Allein in Oberbayern gibt es 300.000 Menschen mit Behinderung
- Mobilitätseingeschränkte Menschen machen nach einer Studie länger Urlaub als andere Touristen: sie bleiben 13,9 Tage im Urlaub und machen 3,6 Tage Kurzurlaub. Damit ist ihre durchschnittliche Urlaubsaufenthaltsdauer um einen halben Tag länger als im Durchschnitt der gesamtdeutschen Bevölkerung
- Reisemotive für Behinderte sind nach einer Reiseanalyse Entspannung, gesundes Klima und das Thema Gesundheit im Ganzen.
- Menschen mit Behinderung verreisen immer häufiger in der Nebensaison. 88 Prozent sind nicht auf die Ferien angewiesen – ein wichtiger Aspekt für die Gastgeber.
-  Behinderte geben für Urlaub mehr Geld aus als der Gesamtdurchschnitt der Deutschen. Pro Urlaub sind es im Schnitt 945 Euro (Bundesdurchschnitt: 818 Euro).
- 41 Prozent der mobilitätseingeschränkten Reisenden verbrachten ihren letzten Haupturlaub in Deutschland – der Bundesdurchschnitt liegt bei 30 Prozent.

Anton Grafwallner appellierte deshalb an die Touristiker, Gastgeber und die Politiker, mehr für den barrierefreien Tourismus zu tun. Das Kundenpotenzial wachse stetig. Die Anzahl der Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Aktivität werde angesichts der demographischen Entwicklung zunehmen. Grafwallner forderte eine Klassifizierung aller Unterkünfte nach „bedingt barrierefrei“ und „barrierefrei“. „Ein gutes Image Barrierefrei bedeutet Komfort für jeden“, betonte er. Auskünfte über barrierefreie Hotels gibt es schon jetzt im Behindertenkompass im Internet unter www.behindertenkompass.de.




Behindertenkompass



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