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Urlaub für alle – auch im Landkreis Miesbach

Neue Broschüre mit Freizeitangeboten für Menschen mit Behinderung
Für Menschen mit Behinderung soll es im Landkreis Miesbach künftig mehr Angebote und einen besseren Service geben. „Ich appelliere an die Gastgeber, Urlaubsangebote zu entwickeln, und auch barrierefreie Zimmer zugestalten und anzubieten“ , erklärte der Behindertenbeauftragte des Landkreises Miesbach Anton Grafwallner auf einer Pressekonferenz beim „Kramerwirt“ in Irschenberg. Nach wie vor gebe es viel zu wenig Angebote, dabei sei das Potenzial im barrierefreien Tourismus groß. Vorreiter auf diesem Gebiet ist der Behindertenbeauftragte selbst: Er erarbeitete eine Broschüre mit Freizeitangeboten für Menschen mit Behinderung, die in mehreren Sprachen erscheint. Mit erfasst sind dabei unter anderem der Wendelstein, die Tegernsee-Schifffahrt, die Bayerische Oberlandbahn, barrierefrei zugängliche Kirchen und der Ödberglift. Außerdem sind die ausgeschilderten Handbiketouren aufgeführt. Die Broschüre ist kostenlos bei allen Tourist-Infos erhältlich, außerdem wird sie bei zahlreichen Beherbungsbetrieben im Landkreis Miesbach ausgelegt. Der „Kramerwirt“ in Irschenberg hat bereits ein Gästezimmer barrierefrei ausgebaut. Dazu entwickelte Wirt Josef Widmann eine Pauschale, die auch barrierefreie Freizeitangebote enthält. „Solche Angebote sind vorbildlich, und wir brauchen noch viel mehr davon“, sagte Grafwallner. Wie groß das Potenzial im barrierefreien Tourismus ist, belegte er mit Zahlen: - Allein in Oberbayern gibt es 300.000 Menschen mit Behinderung, bundesweit ist es eine Million. Die Hälfte der behinderten Menschen ist auf barrierefreie Angebote angewiesen. - Mobilitätseingeschränkte Menschen machen nach einer Studie länger Urlaub als andere Touristen: sie bleiben 13,9 Tage im Urlaub und machen 3,6 Tage Kurzurlaub. Damit ist ihre durchschnittliche Urlaubsaufenthaltsdauer um einen halben Tag länger als im Durchschnitt der gesamtdeutschen Bevölkerung - Menschen mit Behinderung verreisen immer häufiger in der Nebensaison. 88 Prozent sind nicht auf die Ferien angewiesen – ein wichtiger Aspekt für die Gastgeber. - 41 Prozent der mobilitätseingeschränkten Reisenden verbrachten ihren letzten Haupturlaub in Deutschland – der Bundesdurchschnitt liegt bei 30 Prozent. - 48 Prozent würden öfter verreisen, wenn es mehr barrierefreie Urlaubsangebote gäbe. - 37 Prozent haben wegen mangelnder barrierefreier Angebote bereits auf eine Reise verzichtet. Der Miesbacher Landrat und Vorsitzende des TBO, Norbert Kerkel, appellierte an die Gastgeber, den barrierefreien Tourismus in ihre Angebote zu integrieren und barrierefreie Zimmer zur Verfügung zu stellen. „Wir haben im Landkreis Miesbach eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands. In den Genuss dieser Landschaft, der kulinarischen Schmankerl und der kulturellen Angebote sollten auch Menschen mit Behinderung kommen“, sagte Kerkel. Er dankte dem VdK Bayern für die Initiative „Tourismus für Alle in Bayern.“ Der Verband vertrete mit seinen mehr als 500.000 Mitgliedern viele Menschen, die auf Unterstützung angewiesen seien. „Das Projekt Tourismus für Alle in Bayern ist eine unschätzbar wertvolle Initiative.“ Norbert Kerkel lobte auch das Angebot vom „Kramerwirt“ in Irschenberg. „Er ist damit auf dem richtigen Weg und ein großes Vorbild für andere Gastgeber.“
Weitere Informationen zu dieser Pressemitteilung unter: Tourismusverband Bayerisches Oberland e.V. Tel. 08026-920700, Fax: 08026-924166, info@tegernsee-schliersee-wendelstein.de
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