"Radeln von Baum zu Baum“ im Landkreis Miesbach

Vom Galgenbaum zum Bischofsbaum Erste von fünf Radtouren mit Radltag und Pflanzung einer Linde eröffnet
Rechtzeitig zum Start der neuen Radlsaison gibt es in der Ferienregion Tegernsee-Schliersee-Wendelstein ein faszinierendes Angebot für alle, die die Landschaft gerne auf dem Drahtesel erkunden. Mit einem Radltag und der feierlichen Pflanzung einer neuen Dorflinde in Hundham haben der Tourismusverband Bayerisches Oberland e.V. (TBO) und die Gemeinde Fischbachau am Samstag, dem 06. Mai das „Radeln von Baum zu Baum“ im Landkreis Miesbach eröffnet.
Auf fünf verschiedenen Touren mit je ca. 40 Kilometern Länge können die Radler alte Geschichten, Mythologien und Traditionelles über Fichten, Linden, Birken und andere Bäume erfahren. Erarbeitet hat die Touren Gartenbauingenieur Thomas Janscheck aus Wolnzach. In zweijähriger, ehrenamtlicher Arbeit, bei der er 15.000 Kilometer zurücklegte, hat er die Baumgeschichten gesammelt und aufgeschrieben. Eine davon ist die sagenumwobene Geschichte vom Galgenbaum beim Schnitzenbaumer, die damit anfängt, dass ein Pilger drei Rüben vom Acker eines Bauern stiehlt. Sie ist genauso spannend wie die Geschichte vom Bischofsbaum oder die der alten Wetterfichte am Breitenstein.
Tour Nummer 1 beginnt beim jüngsten Baum, der frisch gepflanzten Linde beim Alten Wirt in Hundham. Gestiftet hat ihn der Obst- und Gartenbauverein Auerberg und Umgebung. Barbara Reisberger, Seniorwirtin des Alten Wirts in Hundham, stellte den Grund zur Verfügung. Der Urheber der Radltouren von Baum zu Baum Thomas Janscheck erinnerte bei der Pflanzung an die große Bedeutung der Linden in früheren Zeiten. „Unter den Linden wurden Gerichtsurteile gesprochen, Ehen geschlossen und Versammlungen abgehalten“. Die Gerichts- und Dorflinden waren die Hüterinnen des Gesetzes, man holte an ihrem Stamm auch Steuern ein, zog Soldaten ein, es wurde gesungen, getanzt und gefeiert. „Die Linden sind nur ein Beispiel dafür, welche jahrhundertealten Geschichten Bäume erzählen können“, betonte Janscheck und appellierte an die Gäste, sorgsam und ehrfürchtig mit diesem Wunder der Natur umzugehen.
Der stellvertretende Landrat des Landkreises Miesbach Jakob Kreidl bezeichnete die neuen Radtouren als spannendes und lehrreiches Angebot für den Tourismus in der Region. „Die Geschichten rund um die Bäume dokumentieren, welch ein reiches Angebot an Natur und Tradition wir in unserem Landkreis haben. Sei es nun die Geschichte der alten Linde am Stadlberg, am Weinberg am Schliersee oder beim Kellerbauern in Fischhausen – jede davon ist ein Stück Historie unserer Ferienregion.“ Er dankte dem Landratsamt, dem TBO, dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und den Gemeinden für die professionelle und reibungslose Zusammenarbeit. „Ohne die Mithilfe aller wäre es nicht möglich gewesen, die Touren zu erarbeiten und auch auszuschildern.“
Der Fischbachauer Bürgermeister Franz Sellmayr freute sich darüber, dass die erste Tour auch einige Bäume seiner Gemeinde enthält. „Für den Tourismus in unserer Gemeinde ist das eine wertvolle Ergänzung. In unserer schönen Landschaft und unseren sehenswerten Orten wie etwa Birkenstein sind Angebote für einen sanften Tourismus das Richtige.“
TBO-Geschäftsführerin Erika Schultes kündigte an, dass der Verband die Vermarktung der Broschüren und Radkarten übernimmt. „Das Radeln von Baum zu Baum passt perfekt zu unserer Karte „Radltraum“, die bei unseren Gästen reißenden Absatz findet. Ich bin mir sicher, dass die neuen Touren bei den Touristen auf großes Interesse stoßen und auch Tagesgäste aus dem Großraum München anziehen werden.“
|