6. Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee vom 22. - 26.10.08  



Große Produktionen und viel Herzblut

Mit einem großen Kinofilm beginnt heuer das Tegernseer Bergfilm-Festival: „Nordwand“, die Verfilmung einer großen Eiger-Nordwand-Tragödie steht am Eröffnungsabend auf dem Programm – einen Tag, bevor der Film in den Kinos anläuft. Insgesamt wählte die Vorjury aus 139 eingegangenen Filmen etwa 70 neue, spannende Produktionen rund um das Thema Berg aus. Sie gehen im Oktober ins Rennen um den „Großen Preis der Stadt Tegernsee“.

Die tragische Geschichte von Toni Kurz und Andreas Hinterstoisser, die 1936 versuchten, die Eiger-Nordwand als Erste zu durchsteigen, hat heutzutage wieder das Potenzial, den Rahmen für einen massentauglichen Kinofilm wie „Nordwand“ zu liefern. Für seine Version des Bergdramas schickte der Regisseur Philipp Stölzl namhafte Schauspieler wie Benno Fürmann in die Wand. Nach wie vor ist der Stoff aber auch interessant für Dokumentarfilmer: In „The Beckoning Silence“ reflektiert der Extrembergsteiger Joe Simpson, berühmt durch den Film „Sturz ins Leere“, über die dramatischen Ereignisse von 1936, die für den Film eindrucksvoll nachgestellt wurden.

Ein weiterer Film zum exakt gleichen Thema ergibt beim Festival eine echte Eiger-Trilogie: „Der Weg ist das Ziel“, den der vielfach ausgezeichnete Bergfilmer Gerhard Baur 1981 unter extremen Bedingungen an den Originalschauplätzen und dicht an den realen Begebenheit gedreht hat, wird außer Konkurrenz gezeigt. Besonders spannend wird es sein, die völlig unterschiedlichen Ansätze zu vergleichen, mit denen die drei Regisseure die Tragödie auf die Leinwand bringen.

Zweiter Schwerpunkt des Festivals ist in diesem Jahr der Mount Everest: 30 Jahre nach der ersten Besteigung ohne künstlichen Sauerstoff, dem ersten deutschen Gipfelerfolg und auch der Glanzleistung des im Tegernseer Tal lebenden Bergsteigers Hans Engl, befassen sich gleich vier Filme mit dem höchsten Berg der Welt. So steht die Retrospektive, bei der unter anderem die Bergsteigerlegende Kurt Diemberger zu Gast sein wird, ganz im Zeichen des Everest. Außerdem wird in einer Vorstellung an den im Januar verstorbenen Everest-Erstersteiger Sir Edmund Hillary und seine große Lebensleistung abseits des Bergsteigens erinnert.

„Die persönliche Begegnung mit bekannten Bergsteigern und mit Leuten aus der Filmszene macht den besonderen Reiz für jeden Besucher des Festivals aus“, freut sich Michael Pause vom Bayerischen Rundfunk, der Künstlerische Leiter des Tegernseer Bergfilm-Festivals. „Was man bei den Vorführungen an Hintergrundinformationen und spannenden Insider-Geschichten zu hören bekommt, ist einzigartig.“

Neben den Schwerpunkten mit tragischen Aspekten ist 2008 aber auch die zauberhafte Seite der Bergwelt in großartigen Dokumentationen zu sehen. Zum Staunen bringen die Zuschauer oft gar nicht die großen Produktionen, sondern die außergewöhnlichen, mit minimalem Budget, dafür aber mit umso mehr Kreativität und Herzblut produzierten Filme. In ihrer Gesamtheit stellen sie alle Facetten des Bergsports, der Bergnatur und des Lebens am Berg dar. Und Produktionen wie „Il neige à Marrakech“ oder „The secret Life of Robby Brackenhofer” sorgen dafür, dass trotz heroischem Ernst auf der einen Seite, der Spaß in den Bergen auch im Kino nicht verloren geht.

Weitere Informationen:
Bergfilm-Festival Tegernsee
Tel.: +49-(0)8022-18 01 61
Kartenvorverkauf (ab 26.08.08) und Programm im Internet unter
www.bergfilm-festival-tegernsee.de.

 




Bergfilmfestival